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Bis 2024 werden wir Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen nutzen.

Straumann gestaltet eine nachhaltige Zukunft durch die enge Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und anderen Interessengruppen

Interview mit Florian Bammatter, Head of Finance Deutschland und Thomas Kreuzwieser, Head of Kliniken und Wissenschaftliche Kooperationen, Head of Sales Biomaterials Deutschland, ITI Section Manager Germany

 

DIE GRÜNE PRAXIS: Für Straumann ist die Thematik Nachhaltigkeit bereits seit längerer Zeit ein wichtiger Aspekt. Welche Bereiche gehören zu Ihrer Nachhaltigkeits-Strategie?

THOMAS KREUZWIESER: Die Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Im Team der Geschäftsleitung haben wir im Rahmen unserer Wachstumspläne ein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt, in dem wir vier Hauptziele definiert haben: die Förderung der Mundgesundheit, die Stärkung unserer Mitarbeiter, die Verantwortung für den Planeten und die Gesellschaft sowie die Umsetzung verantwortungsvoller und ethischer Geschäftspraktiken.

Unser Erfolg beruht auf einem nachhaltigen Geschäftsmodell, und es ist unsere Verpflichtung, unseren messbaren Beitrag dazu zu leisten - sowohl heute als auch für kommende Generationen. Unsere Nachhaltigkeitsbemühungen zielen darauf ab, die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten zu steigern und Fortschritte im Bereich der Mundgesundheit zu fördern.

Wir legen dabei einen besonderen Fokus auf die effiziente und schonende Nutzung von Ressourcen, verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln und die Identifizierung sowie Bindung von herausragenden Talenten. Eine nachhaltige Zukunft kann nur durch eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden, unseren Lieferanten und anderen Interessengruppen erreicht werden. Nur auf diese Weise können wir weiterhin verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln fördern und einen positiven gesellschaftlichen sowie ökologischen Beitrag leisten.

 

 

DIE GRÜNE PRAXIS: Welche Maßnahmen wurden in der Vergangenheit bereits umgesetzt?

FLORIAN BAMMATTER: Im Zuge wachsenden Bedeutung eines nachhaltigen Handelns wurde im März 2021 eine ESG Task Force (Environmental, Social and Governance) unter der Leitung des Verwaltungsrats eingerichtet, um ein Nachhaltigkeitskonzept und klar definierte Nachhaltigkeitsziele für die Straumann Group festzulegen.

Die strengen Kriterien des Science-Based Targets initiative (SBTi) erfordern die Berücksichtigung von THG-Emissionsquellen (Treibhausgase), die sich aus dem eigenen Betrieb ergeben (Scope 1 und 2). Zusätzlich müssen auch Emissionen, die mit vor- und nachgelagerten Prozessen in der Wertschöpfungskette des Unternehmens in Zusammenhang stehen, erfasst werden, selbst wenn sie nicht direkt kontrolliert werden können (Scope 3, z. B. Lieferanten, Transport, Pendeln der Mitarbeiter usw.).

Um unseren Datenerfassungsbereich gemäß den Anforderungen von SBTi zu verbessern, haben wir den Prozess zur Erfassung von Umweltdaten weiterentwickelt und verfeinert. Nach der erfolgreichen Integration zusätzlicher Standorte und Datenkategorien im Jahr 2021 haben wir unsere Basislinie für Scope 3 im Jahr 2022 erstellt.

Wir haben Informationen zu den direkten Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung von Heiz- und Fahrzeugkraftstoffen sowie aus Kältemitteln (Scope 1) und zu den indirekten Emissionen im Zusammenhang mit dem bezogenen Strom und Fernwärme (Scope 2) veröffentlicht. Diese Emissionsquellen sind die Hauptverursacher des Klimawandels im Rahmen unserer eigenen Geschäftstätigkeit und stehen insbesondere in Verbindung mit unseren Produktionsstätten, unserem Fuhrpark und der Nutzung von Bürogebäuden.

Bis 2024 werden wir 100 % Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzen, wobei 80 % bereits Ende 2022 erreicht wurden.

 

Maßnahmen von Nachhaltigkeit im Bereich Personalwesen

In diesem Sinne befasst sich das HRCC (Personal- und Vergütungsausschuss) regelmäßig mit Initiativen zur Stärkung der Unternehmenskultur, den Themen Diversität und Inklusion sowie mit der allgemeinen Verpflichtung unseres Nachhaltigkeitskonzepts „Mitarbeitende fördern und stärken“. Außerdem haben wir unsere Antidiskriminierungsgrundsätze noch stärker in unsere täglichen Geschäftspraktiken eingebunden und die Flexibilität am Arbeitsplatz als Fokusthema fortgeführt. Damit wollen wir Führungsqualitäten sowie ein verstärktes Engagement fördern und unseren Mitarbeitenden mehr Entwicklungsmöglichkeiten bieten, die für wertvolle Erfahrungen sorgen. All diese Themen helfen uns, hervorragende Talente weltweit zu gewinnen und zu binden

 

Nachhaltiger Beitrag zu den Gemeinschaften in aller Welt

Millionen von Menschen haben keinen Zugang zu grundlegender zahnmedizinischer Versorgung. Dieses Problem anzugehen, ist die Motivation für unsere wohltätigen Aktivitäten, die sich auf die Zahnmedizin konzentrieren, wo wir einen bedeutenden Unterschied machen können. Indem wir uns auf unser Fachgebiet konzentrieren, streben wir nach Kontinuität und Nachhaltigkeit bei den von uns unterstützten Projekten. Dies spiegelt sich in unseren langjährigen und fruchtbaren Beziehungen zu starken Partnern wider.

Straumann AID (Access to Implant Dentistry) ist ein globales Programm, das unterprivilegierten und oft medizinisch benachteiligten Patienten hilft, die sich eine dringend benötigte Behandlung nicht leisten können. Seit 2007 ist das Programm auf die Großzügigkeit von Zahnärzten angewiesen, die kostenlose Behandlungen mit von der Straumann-Gruppe gespendeten Produkten anbieten.

 

 

DIE GRÜNE PRAXIS: Auch die CO2-Reduktion gehört zur Nachhaltigkeitsstrategie Ihres Unternehmens. Zu den hierzu formulierten Zielen gibt es ganz aktuelle Neuigkeiten. Welche sind das?

THOMAS KREUZWIESER: Jetzt ist es amtlich. Die Science Based Targets initiative (SBTi) hat die Netto-Null-Ziele der Straumann Group bestätigt. Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir uns dazu verpflichtet unseren Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten und haben ambitionierte Ziele formuliert, die sich am 1,5-Grad-Ziel ausrichten. Das gesetzte Ziel, bis 2030 die Scope-1- und Scope-2-Emissionen unseres Unternehmens um 42% und die Scope-3-Emissionen um 25% zu senken und bis 2040 die Netto-Null zu erreichen, wurde von der SBTi unabhängig geprüft und bestätigt.

 

 

DIE GRÜNE PRAXIS: Was wird konkret gemacht, um bis 2040 bei Straumann eine Netto-Null beim CO2 zu bekommen?

THOMAS KREUZWIESER: Unser wissenschaftlich fundiertes Emissionsreduktionsziel (Netto-Null-SBT) bedeutet eine vollständige Dekarbonisierung des Betriebs und der Wertschöpfungskette der Straumann-Gruppe. Dies erfordert eine Emissionsreduktion von 90 % im Vergleich zum Basisjahr (2021).

Wir werden unseren Scope-3- Bewertungsansatz weiterentwickeln und für unsere Berichterstattung im Jahr 2023 festhalten.

Der größte Teil unserer Emissionen in der Wertschöpfungskette stammt aus den von uns eingekauften Materialien, Dienstleistungen und Investitionsgütern (84 % der gesamten Scope-3- Emissionen), gefolgt von Logistikprozessen und wirtschaftlichen Aktivitäten, die nicht unter Scope 1 und 2 erfasst werden. Anhand der Ergebnisse werden wir Hotspots, Schlüssellieferanten und Hebel identifizieren, um unseren Fußabdruck auch in diesem Bereich kontinuierlich zu verringern.

Unsere Versorgungskette hat einen globalen Fußabdruck. Sie umfasst unsere Lieferanten, Produktionsstätten, Lager in der Zentrale und in den Tochtergesellschaften sowie unsere Kunden. Wir beziehen unsere Produkte von Lieferanten aus der ganzen Welt und verfolgen für wichtige Materialien und Komponenten eine Strategie der Mehrfachbeschaffung. Für kritische Rohstoffe wie Titan werden Vereinbarungen auf Konzernebene getroffen, um die Vorräte und die Versorgung aller Marken und Franchises weltweit sicherzustellen.

 

DIE GRÜNE PRAXIS: Warum spielt die Mundgesundheit der Menschen bei der Nachhaltigkeit für Straumann eine Schlüsselrolle?

FLORIAN BAMMATTER: Die Straumann Gruppe entwickelt intelligente, nachhaltige Lösungen, die nahtlose, effiziente Arbeitsabläufe ermöglichen und ein außergewöhnliches Kundenerlebnis bieten, indem sie dazu beitragen, die Zeit bis zum Abschluss der Behandlung zu verkürzen.

Vereinfachung, Aufklärung, das Angebot verschiedener Arten von Behandlungslösungen für Patienten und die Ausweitung der geografischen Reichweite sind wichtige Faktoren, um als Unternehmen relevant zu bleiben und letztlich den Zugang zur Behandlung zu verbessern.

Unser Ziel ist es, das Kundenerlebnis zu verbessern, um die Mundpflege der Patienten auf nachhaltige Weise entlang der Kunden- und Patientenreise zu verbessern. In Zahlen ausgedrückt wollen wir bis zum Jahr 2030 jährlich 10 Millionen Menschen zum Lächeln verhelfen; heute sind es bereits 4,4 Millionen.

 

 

DIE GRÜNE PRAXIS: Sie haben auch klinische Studien in die Nachhaltigkeitsstrategie integriert. Wie genau?

THOMAS KREUZWIESER: Die Marke Straumann sponsert ein globales klinisches Studienprogramm zur Bewertung und Bestätigung der Sicherheit, Wirksamkeit und Effektivität von Implantaten und Lösungen. Klinische Studien werden von Zahnmedizinern durchgeführt, die erfahrene Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet sind. Unsere klinischen Studien entsprechen den rechtlichen, ethischen, regulatorischen und datenschutzrechtlichen Standards.

Während der gesamten Studiendauer wird eine Qualitätskontrolle durchgeführt, um die Vollständigkeit und Integrität der Daten sowie die Übereinstimmung aller Studienverfahren mit den jeweiligen internationalen und nationalen Standards und rechtlichen Anforderungen sicherzustellen. So werden beispielsweise alle von Straumann gesponserten Studien regelmäßig von qualifizierten Studienmonitoren überwacht.

Erklärung:

Eine CO2-Bilanz umfasst normalerweise drei Bereiche - die sogenannten Scopes - von Emissionen. Mithilfe dieser Unterteilung können die verschiedenen Quellen von Treibhausgasemissionen eines Unternehmens unterschieden und getrennt bewertet werden.

 

Erklärung:

Der SBTi (Science Based Targets initiative) ist die weltweit erste standardisierte, wissenschaftlich fundierte Zertifizierung der Netto-Null-Ziele von Unternehmen im Einklang mit dem Ziel des Pariser Abkommens, die Erderwärmung auf 1,5°C zu begrenzen

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Nachhaltigkeit in der Implantologie – Wunsch und Wirklichkeit

Nach dem letzten ITI-Kongress im Jahr 2018 in Bonn, fand der 12. ITI Kongress der deutschen ITI Sektion vom 12. bis 13. Mai 2023 wieder in Dresden, als Gemeinschaftskongress mit der Sektion Österreich, statt.

Knapp 600 Teilnehmenden wurde ein facettenreiches Programm mit 55 namhaften Referenten geboten. Die wissenschaftliche Leitung oblag dem ITI Leadership Team um Dr. Anne Bauersachs, Chair der deutschen ITI Sektion.

Vor dem Kongress war am Freitag ein Innovationsforum der Industrie, hier griff Markus Tröltzsch das Kongressthema auf und hinterfragte „Ist Nachhaltigkeit in der Praxis realistisch umsetzbar?“. Thomas Franke, Tobias Lang und Peter Windisch stellten eine neue Generation von Biomaterialien für die Kieferaugmentation vor und Fallbeispielen für nachhaltige Sofortversorgungskonzepte wurden durch Puria Parvini, Eik Schiegnitz, Paul Schuh, Frank Spitznagel und Georgia Trimpou vorgestellt.

 

Nach der offiziellem Kongressbeginn hat Kristina zur Mühlen, Diplom-Physikerin und TV-Journalistin, den Kongress mit ihrer Keynote-Lecture zum Thema „Unsere Welt im Wandel – wie wollen wir in Zukunft leben?“ eröffnet.

 

Die darauffolgenden Vorträge konzentrieren sich inhaltlich auf drei Themenkomplexe: patientenzentrierte Aspekte einer nachhaltigen Behandlung, Geweberegeneration und Chirurgie/Prothetik. Parallel zu den zahnmedizinischen Themen richtete sich am Samstagvormittag ein besonderes Augenmerk auf die Zahntechnik-Session. Am Nachmittag des zweiten Kongresstages hatten die Teilnehmenden die Wahl zwischen dem Besuch der Young-ITI-Sessions oder der Teilnahme an einem der sechs angebotenen Hands-on Workshops.

Abgerundet wurde der Kongress durch die Disputatio zum Thema „Stellt die Sofortversorgung ein nachhaltiges Behandlungskonzept dar und wo sind die Grenzen?“

 

Unter dem Leitsatz „Nachhaltigkeit in der Implantologie – Wunsch und Wirklichkeit“ setzte das ITI mit einem modernen Kongresskonzept sowohl inhaltlich als auch hinsichtlich des verantwortungsbewussten Einsatzes von Ressourcen ein Zeichen. Dieses Ziel zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Organisation bis hin zur Nachbereitung: Strom aus erneuerbaren Energiequellen, Verköstigung aus saisonalem, regionalem Anbau, umweltbewusste und vergünstigte DB-Anreise mit dem ITI Kongressticket bis hin zu umweltgerechten Beleuchtungs- und Medienkonzepten wie digitaler Kongresstasche via Mobile App. Zusätzlich wurden je Teilnehmeranmeldung 25 € an Atmosfair für aktiven Klimaschutz gespendet.

Im Rahmen der Implantologie und Patientenbehandlung sind langfristig erfolgreiche Behandlungskonzepte wichtig worauf der Fokus lag. Deshalb wurden Themen zur Fallklassifikation und Risikoeinschätzung, evidenzbasierte Definitionen von Risikoprofilen dargestellt. Zusätzlich ging es auch um die Implantattherapie bei Patienten mit seltenen Erkrankungen und die translationale Implantologie. Alle Themen nahmen Bezug auf nachhaltige Therapien.

iti Kongress
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